Die Schwarzmalerin: Mimi Welldirty ist Autorin und Zeichnerin der „traurigsten Geschichte der Welt“

Nachdem Mimi Welldirty mit ihrer famosen Graphic Novel „Immy And The City“ gerade auf dem Weg zur Leipziger Buchmesse ist, dachte ich, es sei an der Zeit, endlich das Portrait, das ich im Spätsommer letzten Jahres über sie geschrieben habe, auf diese Seite zu packen. Verbunden mit einem kategorischen Kaufbefehl. Es gibt übrigens noch eine zweite Portrait-Version, die ich auf Nachfrage gerne aus der Archivkiste hole.

 Der Postbote trägt am 14. Juli 2009 schon wieder schwarz. Zumindest in Mimi Welldirtys Welt. Erneut überbringt er einen Brief, in dem ein Verlag Ästhetik und Texte ihres Bilderbuchs für Erwachsene, „Immy And The City“, würdigt und gleichzeitig mitteilt, dass der Titel „leider nicht ins Programm passt.“ Doch statt eine ganze Kanne Depresso herunter zu stürzen, das Mieslingsgetränk ihrer Antiheldin Immy, öffnet sie wie gewohnt das Notebook, traktiert trotzig die Tastatur und dokumentiert auch diese Absage mit einem Blogeintrag: „Es kommt ein bisschen Bewegung ins Spiel, auch wenn sich die Spielfiguren in die falsche Richtung bewegen.“ Was wie ein Misserfolg klingt, ist tatsächlich eher die organische Fortsetzung des Buch-Plots in der Realität, bei der die Blogbesucher mehr sind als Leser. Sie bilden eine Fühlgemeinschaft mit und rund um Immy. Denn „Immy And The City“ ist keine Erfolgsgeschichte, sondern, so der Untertitel, „Die traurigste Geschichte der Welt“. Autobiographisch noch dazu. Weiterlesen

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World Record Broken: Gonzales Personifies Piano Perpetuum Mobile

Paris - In the beginning  was the question whether 24 muesli bars, four cans of an energy drink that is supposed to give you wings and biscuits by the kilo are enough when you are listening to more than 200 pieces of music over a period of 27 hours and, after 44 hours of being awake and five hours of sleep, you need to capture what has happened in words. It was enough. A report on my experiences during the world’s longest concert by a solo artist. Weiterlesen

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Weltrekord gebrochen: Gonzales berserkert über 27 Stunden am Klavier

Gonzales World Record 178Paris – Am Anfang steht die Frage, ob 24 Müsliriegel, vier Dosen eines angeblich beflügelnden Energietrunks und kiloweise Kekse ausreichen, um in voraussichtlichen 27 Stunden rund 300 Musikstücken zu lauschen und nach 44 Stunden des Wachens sowie sechs Stunden Schlaf das Gewesene in Worte zu fassen. Es hat gereicht. Ein Erfahrungsbericht vom Weltrekord des längsten Konzerts eines Einzelkünstlers aus Paris.

Gonzales, franko-kanadischer Pianist und Produzent von Künstlern wie Feist oder Jane Birkin, hat sich ab der ersten Stunden des vergangenen Sonntags, 17. Mai, viel vorgenommen: Er will ins „Guinness Buch der Rekorde“. Dazu muss er mindestens 26 Stunden und 12 Minuten ununterbrochen Klavier spielen – mit Ausnahme von fünf Minuten pro Stunde, die er beliebig kumulieren kann sowie 30 Sekunden zwischen den einzelnen Stücken. Ein Inder hat den Rekord vorgelegt. An der Zither. Ein Duell mit Waffen, die verschiedener kaum sein könnten: yogische Meditationsmusik gegen infernale Ganzkörperklavierkunst. Vorbereitet hat er sich nicht, behauptet der Rekordjäger, welcher mit bürgerlichem Namen Jason Beck heißt: „Ich habe keinen Sport gemacht, nicht mit dem Rauchen aufgehört und weiter meine geliebte Schinken-Parmesan-Pizza und Schokoriegel gegessen.“ Wie und ob er den Versuch durchhalten wird – bei Gonzales ist alles möglich. Bekannt für Auftritte, die zwischen Genie, Wahnsinn, Besessenheit und Entertainment changieren, abwechselnd gehüllt in das schillernde Gewand der egomanischen Bühnendiva und die Kutte der Bescheidenheit, dürfen die Zuschauer alles erwarten, nur nicht das Erwartete. Weiterlesen

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Gonzales in Frankfurt: Loved the Echo in this Room!

Wie die losen, gerade vom Faden springenden Pretiosen einer gerissenen Perlenkette treffen Gonzales Schweißtropfen die im Beat gefangenen Anhänger der „Church of Gonz“ und taufen jene mit dem Extrakt zweistündigen Ganzkörpereinsatzes. Denn was ruhig, fast andächtig mit „C Major“ und „Map Of The World“ begann, hat sich schnell zum Inferno entwickelt, befeuert durch kompositorische Kleinodien, innerhalb derer sich jede einzelne Note in einen irisierenden Partikel der Diskokugel wandelt, die sofort mitten im Gehörgang hängt. „Soft Power“, das aktuelle Album, ist Hommage und Persiflage zugleich: Der Seifenblasenpop der Siebziger speiste die Gonzpiration. Und so schweben die Stücke stets zwischen Kitsch und Kunst. „Slow Down“ könnte fast schon als Softporno-Hintergrundmusik durchgehen, wäre da nicht der Phrasenpopper mit im Spiel: „I love you / but I hate you/ [..] no, it’s not love / it’s not hate / it’s the game / that we play“. Weiterlesen

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Dachbodenfund

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Der Klassiker: Im Kaninchenzuchtverein

Frankfurter Rundschau, 2007

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Altersheim für Demenzkranke: Im Plüschsessel zurück in die Zukunft

Julie-Roger-Heim

Frankfurter Rundschau, 2007

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Tiertaxi: Pfotehalten und Besitzer beruhigen

Hot Wheel and the Roadrunners

Frankfurter Rundschau, 2007

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Familienchronik

Die Weinbergs

Frankfurter Rundschau, 2007

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Ein Politiker geht baden

Paris im Baggersee

Frankfurter Rundschau

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